Die bereits seit November 1927 bestehende, aber dem Krieger- und Soldatenverein angegliederte Schützengesellschaft wurde am heutigen Tage selbständig gemacht unter dem Namen: Schützengesellschaft Todtenweis. Es wurden zugleich die Wahlen vorgenommen. Es wurden gewählt:
als 1. Schützenmeister: Fritz Pöllmann
als 2. Schützenmeister: Bauer Georg
als Schriftführer: Hammerl Paul
als Kassier: Scheicher Josef
als 1. Beisitzer: Riß Josef
als 2. Beisitzer: Reichert Ludwig
die sämtliche mit der Wahl einverstanden waren..
In das Vereinsverzeichnis wurden 25 Gründungsmitglieder eingetragen:

Das Original-Protokoll des Schriftführers Paul Hammerl
Für die nun selbstständige Schützengesellschaft Todtenweis war das Schießlokal das Gasthaus Scheicher (heute Gschoßmann). Mit einem umgebauten Infanteriegewehr aus dem 1. Weltkrieg, der sogenannten „Infanterielatten“ schoß man von der Wirtsstube durch eine Durchreiche zur Küche hinaus.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges setzte dem Vereinsleben ein jähes Ende. Nach Kriegsende, am 8. Mai 1945, wurden von den Siegermächten alle Waffen eingezogen und ein fünfjähriges Vereinsverbot erlassen. Es dauerte lange bis die Besetzer überzeugt werden konnten, dass unsere Schützenvereine keine militärischen Organisationen waren, sondern Tradition und Brauchtum pflegten.
Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im September 1949 wurde das totale Schießwaffenverbot endlich aufgehoben und so war der Weg für einen Neuanfang der Vereine wieder frei.
Wiedergründung
So kam auch unser Verein mit der Wiedergründung am 29. Oktober 1950 zu neuen Ehren.
Ab diesem Zeitpunkt ist eine lückenlose Vereinschronik vorhanden.
23 Wiedergründungsmitglieder wählten Peter Wagner, genannt zum Reiter, zum
1. Vorstand.
Zur damaligen Zeit reichte die Vereinskasse nicht für ein vereinseigenes Gewehr aus. Durch die Vermittlung des Herbergsvaters Josef Scheicher konnte man sich bald über einen von Brauereibesitzer Gebler von Augsburg gestifteten Zimmerstutzen freuen.
Beim 1. Eröffnungsschießen am 9. Dezember 1950 kam in geselliger Runde der Vorschlag, dem Verein einen Namen zu geben. Durch Stimmenmehrheit wurde beschlossen, den Verein „Schützengesellschaft Gemütlichkeit Todtenweis“ zu nennen.
Beim Königsschießen am letzten Schießabend des Jahres 1950 erreichte Albert Riegl die Würde des ersten Schützenkönigs. Auf Vorschlag des 1. Vorstandes Peter Wagner wählten die Mitglieder durch Zuruf Resi Haberl als Schützenliesl. Die Schützenliesl wurde damals noch durch Wahl der Mitglieder bestimmt.
Zum ersten Schützenball am 28. Januar 1951 spielte die Blaskapelle Todtenweis auf.
Rege Teilnahme konnte beim dreitägigen Preisschießen im Juli 1951 verzeichnet werden, zu dem auch die Nachbarvereine aus Aindling und Eisingersdorf eingeladen waren.
Die Vereinsvorstände des Vereins bis 2007:
1. Schützenmeister 2. Schützenmeister 3.Schützenmeister
Fritz Pöllmann Georg Bauer
1950-51 Peter Wagner Martin Sauer
1952-54 Peter Wagner Johann Heigemeir
1955 Michael Fischer Peter Wagner
1956 Michael Fischer Martin Brugger
1957-61 Peter Wagner Martin Brugger
1962-67 Martin Brugger Max Bachmeir
1968-75 Max Bachmeir Xaver Helfer
1976-77 Max Bachmeir Josef Helfer, Sand Xaver Helfer
1978-83 Josef Helfer, Sand Hermann Eberhart Josef Pilz
1984-87 Josef Helfer, Sand Hermann Eberhart Heinrich Betzmeir
1988-2006 Josef Helfer, Sand Heinrich Betzmeir Max Haberl jun.
seit April 2006
Max Haberl jun. Heinrich Betzmeir Georg Bosch
Schießstände:
In den Anfangszeiten des Schützenvereins waren die Schießstände noch nicht so modern wie in den heutigen Tagen. Im Gasthof Scheicher (heute Gschoßmann) wurde von der Wirtsstube durch eine Durchreiche zur Küche hinaus geschossen.
Erst in Jahr 1955 wurde ein Schießstand mit der neuesten Errungenschaft, einem handbetriebenen Scheibentransport errichtet.
Beim Neubau des Gasthauses Gschoßmann im Jahre 1963 schuf der Verein gleichzeitig im Keller vier Schießstände mit Aufenthaltsraum. Aufgrund der im Laufe der Jahre ständig zunehmender Mitgliederzahl war diese Anlage bald zu klein. Nach zähen Verhandlungen mit dem Vereinswirt gab er dem Drängen der Vorstandschaft nach und genehmigte noch einem weiteren Raum zum Ausbau. In 800 freiwilligen Arbeitsstunden schufen die Schützen in der Sommerpause1976 vier zusätzliche Schießstände.
Zwei Jahre später wurde die Anlage modernisiert und auf halbautomatische Zugstände umgebaut.
Durch den kontinuierlichen Aufwärtstrend hat sich Gemütlichkeit Todtenweis zu einem der größten Schützenvereine im Sportschützengau Aichach entwickelt.
Durch die neuen Auflagen des Landratsamtes musste aus Sicherheitsgründen die Zahl der Schießstände von acht auf sieben reduziert werden. Außerdem sind die Räumlichkeiten für verschiedene Schießdisziplinen sehr beengt und deshalb nicht durchführbar, so wurde an eine erneute Erweiterung gedacht.
Nachdem alle Versuche die Schießstände im Gasthaus Gschoßmann zu erweitern bzw. neu zu bauen scheiterten, kam die Planung eines Kindergartens zum richtigen Zeitpunkt. Somit stellte die Schützengesellschaft den Antrag, bei der Projektierung des Kindergartens entsprechende Räumlichkeiten für eine neue Schießanlage mit einzuplanen.
Nach dem ersten Arbeitseinsatz am 13. November 1993 wurde nach einem Jahr und vier Monaten Bauzeit das Schützenheim mit 12 Schießständen, Aufenthaltraum mit Küche und weiteren Nebenräumen im Keller des neuen Kindergartens fertiggestellt. Es wurden ca. 17000 Arbeitsstunden von den freiwilligen Helfern geleistet und viele Zuwendungen der ansässigen Firmen beansprucht.
Am 7. März 1995 wurde schließlich die neue Anlage unter Beisein der Gemeinderäte, an der Spitze Bürgermeister Josef Kodmeir, Architekt Ziegler, Gauschützenmeister Nikolaus Wittmeir, Ehrenschützenmeister Max Bachmeir und der Vorstandschaft des Schützen-vereins feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergaben.
Aktives Vereinsleben
Ein wichtiger Bestandteil im sportlichen Bereich sind die Rundenwettkämpfe, an denen 2008 acht Mannschaften – zwei Jugend-, vier Luftgewehr-, und zwei Luftpistolen-mannschaften teilnahmen.
Einer der größten Erfolge war 1983 der Aufstieg der 1. Luftgewehr-Mannschaft in die Bezirksliga. Bis 1989 konnte sich diese Mannschaft dort behaupten. Von 1997 bis 2001 bestritt auch die 1. Luftpistolen-Mannschaft Wettkämpfe in der Bezirksliga.
Bei den jährlichen Gauschießen zählt Todtenweis zu den teilnehmerstärksten Vereinen und schnitt sehr erfolgreich ab.
Titelsammler unter sich: v.li. Martin Ettinger (mit gerade 16 Jahren Gauschützenkönig 1978), Max Haberl (Gauvize- könig 1985), Paul Schapfl (Gauvize- könig 1984) Eichenseher Hedwig (Gaujugendkönigin 1982), Josef Helfer (Gaukönig 1979) Nicht im Bild Andreas Sauer (Gaujugendkönig 2002)
Regelmäßige vereinsinterne Schießabende bereichern ebenso das Schützenprogramm, z.B. das Sebastianischießen, Duslbruadaschießen, Endschießen mit Erinnerungsscheibe zur Schützenheimeinweihung, Anfangsschießen mit Max Bachmeir Gedächtnisscheibe, die verschiedenen Pokalschießen, die Vereinsmeisterschaft mit Finalschießen, die Lieselscheibe und nicht zuletzt einer der Höhepunkte im Jahr, das Königsschießen.
Seit einigen Jahren wird zum Jahresausklang ein gemeinsames Geburtstagsschießen der Mitglieder ausgetragen, die einen runden Geburtstag im vergangenen Jahr feierten.
Große Resonanz findet jedes Jahr das Pokalschießen der Todtenweiser Ortsvereine, sowie die „VG-Meisterschaften“, die von den Schützenvereinen innerhalb der Verwaltungs-gemeinschaft Aindling ausgetragen werden.
Einen sehr großen Stellenwert im Verein hat unser Schützennachwuchs.
Um die gesamte Breite des Schießsports den Jugendlichen zu präsentieren, werden in regelmäßigen Zeitabständen Schnupperschießen angeboten, die auch sehr zahlreich angenommen werden.
Unter Jugendleiter Paul Schapfl (hinten rechts) sammelt die Todtenweiser Schützenjugend eine Vielzahl von Erfolgen.
Trotz der vielen sportlichen Aktivitäten kommt auch das gesellschaftliche Leben bei den Gemütlichkeitsschützen nicht zu kurz. Sehr beliebt sind die alljährlichen Seniorentreffen. Bereits jahrzehntelange Tradition hat der Schützenball, der mit dem Einzug der aktuellen Königspaare eröffnet wird. Großen Anklang findet ebenfalls das Starkbierfest, die Bergwanderung im Spätsommer, sowie die Nikolausfeier in der Vorweihnachtszeit.
Jahrelang wurden zur Kirchweihzeit im dekorierten „Gschoßmannsaal“ Weinfeste veranstaltet. Von 1978 bis 1988 stellten die Schützen auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten bei Theateraufführungen unter Beweis.
Höhepunkte in der Vereinsgeschichte
- Am 6. Juli 1952 wurde das 25-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert.
Der damalige Ortspfarrer Karl Michler gab der neuen Fahne den Segen.
Fahnenweihe am 6.Juli 1952
- Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte war das 50-jährige Gründungs-jubiläum im Juni 1977, das mit einem Gauschießen verbunden wurde..
- Vom 11. bis 14. Juni 1987 wurde das 60-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe gefeiert.Höhepunkte waren die Weihe der neuen Fahne durch Pfarrer Dr. Reinhold Schwarz sowie der farbenprächtige Festumzug am Nachmittag durch die geschmückten Straßen von Todtenweis.
- Die Schützen und die Katholische Landjugend feierten gemeinsam vom 7. bis 9. Juni 2002 die jeweiligen 75-jährigen Gründungsjubiläen beider Vereine.
Ein imposantes Bild bot sich am Sonntag am Nordhang beim Ortseingang von Todtenweis, als sich die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen zum Festgottesdienst unter freien Himmel um den Altar gruppierten. Zelebriert wurde die Messfeier vom früheren Todtenweiser Seelsorger Pfarrer Dr. Anton Tischinger.
Die beiden Vorstände der beiden
Jubelvereine, Bernhard Betzmeir
von der Landjugend und Josef
Helfer von den Schützen
